1. Einleitung

Um produktiv arbeiten zu können, benötigt ein Programmierer eine gute Werkzeugunter­stützung - am besten eine integrierte Entwicklungsumgebung mit Werkzeugen, die es ihm ermöglichen, auf einem hohen Abstraktionsniveau zu arbeiten.

Ein wesentlicher Teil so einer Entwicklungsumgebung ist der Browser. Ein Browser ist ein Werkzeug zum schnellen und überblicksartigen Betrachten von Quelltexten. Meist dient er nur zum Betrachten am Bildschirm und nicht zum Verändern. Er soll es erleichtern, eigene und fremde Quelltexte zu analysieren und zu verstehen.

Im Englischen heißt "to browse" soviel wie schmökern. Ein Werkzeug, das diese Tätigkeit unterstützen soll, sollte es dem Benutzer leichtmachen, an Informationen heranzukommen und flexibel neue Fragen zu stellen und beantwortet zu bekommen. Es sollte förmlich dazu verleiten zu schmökern.

Um die Versprechen der objektorientierten Programmierung von Wiederverwendbarkeit und Qualitätssteigerung einlösen zu können, ist es notwendig, existierende Bibliotheken zu verstehen und zu benutzen. Im objektorientierten Bereich ist hierzu eine Werkzeugunter­stützung noch wichtiger als bei prozeduraler Programmierung, da der Kontroll­fluß weniger linear ist.

Programmierer sind bei der Arbeit mit Eiffel bisher meist auf die zu ihrem Compiler mitgelieferten Werk­zeuge beschränkt. Diese sind oft unzureichend in ihrer Funktionalität und mangelhaft integriert.

Das praktische Ergebnis dieser Arbeit ist die Anpassung der C++-Entwicklungsumgebung Sniff+, so daß man mit ihr auch Eiffel-Programme bearbeiten und alle ihre Werkzeuge auch auf Eiffel anwenden kann.

Zur Einführung in die Programmiersprache stelle ich in Kapitel 2 zunächst die Terminologie von Eiffel vor. Danach motiviere ich die Notwendigkeit eines neuen Browsers mit der Darstellung des bisherigen Umgangs mit Eiffel in Kapitel 3. Daraus abgeleitet stelle ich in Kapitel 4 die prinzipiellen Einsatzarten von Browsern dar.

In Kapitel 5 beschreibe ich einige existierende Browser, um daraus die Anforderungen für einen neuen Eiffel-Browser abzuleiten.

Die für die Implementation des Browsers sehr wichtige Frage der Erstellung seiner Datenbasis diskutiere ich in Kapitel 6. Es wird sich dort zeigen, daß die m.E. beste Möglichkeit hierzu ein Fuzzy-Parser ist.

Die Implementation des Fuzzy-Parsers wird in Kapitel 7 und dessen Integration in einen existierenden Browser in Kapitel 8 beschrieben.

Der Umgang mit Eiffel im neuen Browser, der das Ergebnis dieser Arbeit ist, wird dann in Kapitel 9 vorgestellt.


 

 


Last updated: 24. Aug 2005
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